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Nikolaus im Vulkanland unterwegs

von Nobbi Dietrich, 13.12.2015

Es ist schon ein Stückchen von uns weg, das Vulkanland, wo vor knapp 13.000 Jahren der Ausbruch des Laachers Vulkans seine Spuren nachhaltig hinterlassen hat.

Wir waren schon an der Wingertberg Wand, umrundeten den Kratersee von Maria Laach, Weibern zeigte uns was aus Tuffstein entstehen kann, erkundeten den Römischen Steinbruch an der Hohen Buche, kraxelten am Brauseberg und eroberten die Burg Ölbrück.

Die Vulkanspuren Wandertour am 6. Dezember wurde aktuell in Nikolaus-Wanderung umgetauft. Wassenach fast am Rand des Laacher Sees gelegen, mit seinen markanten und standfesten Häusern, aus einer Zeit wo noch die Arbeitkraft vieler Hände diese Wohnhäuser entstehen ließ, ist heute ein etwas verträumter Ort mit knapp 1200 Einwohnern. Das Cafe Müller lockte am Ende unserer Wanderung zu Kaffee und Kuchen.

Einige von uns besuchten danach einen buddhistischen Tempel mit Kloster und Meditationszentrum der Thai Buddhisten. Das beherrschende Burghaus in der Ortsmitte hatte jedoch seine Türen  geschlossen, sodass uns der Blick auf viele alte Musikinstrumente nicht gegönnt war.

Gewandert wurde auch, auf los gings los. Des Wanderführers Einstimmung fand bei allen fünfzehn Teilnehmern am frühen Morgen Gehör. Unserer Wanderoute im Vulkanland war mit dem Wegzeichen U und einem kleinen stilisierten Vulkanbild bestens gezeichnet. Mit trockenem Wetter und guter Stimmung verließen wir den Ort, wanderten leicht bergan zum Kappelchen unter dem Mühlenberg. Rechts lag der Hunkskopf, ehemals eine Bergkuppe mit über 50 Meter Höhe, durch den Trassabbau entstand dann eine mächtige Grube, vom Hunkskopf keine Spur mehr. Hier oben blickten wir auf den Veitskopf, dieser Vulkan ist vor mehr als 200 000 Jahren ausgebrochen. Hier an der Mauerley ist der Lavastrom in Richtung Gleeser Bach abgeflossen.

Zurück blieben sind  bis zum heutigen Tage mächtige, teilweise bizarre Fels-formationen und ein Steinbruch, wo heute noch die Spuren von fleißigen römischen Steinmetze und Arbeitern aus der jüngsten Vergangenheit erkennbar sind. 

Im Hochwald führte uns der Weg in Richtung Burgbrohl, bevor es steil hinunter ging, gab es für alle die Gelegenheit frische Orangenstücke aus Mallorcas Soller Tal zu kosten, vorgestern frisch geerntet heute mit auf unserer Wanderschaft. Stets den Kirchturm des Ortes im Blick, abwärts auf einem Treppenweg bis an den Gleeser Bach, über eine Art modernen Wanderglückssteig in Brückenform zur nächsten Trinkpause. Oh welche Überraschung, eine Nikoläusin tauchte auf, wir enpfingen sie mit „Niklaus komm in unser Haus, pack die guten Sachen aus, …“!

Freude pur – alle wurden beschenkt. In Bad Tönnisstein war Brotzeit-Pause, dank der freundlichen Genehmigung der Mitarbeiter eines Restaurants konnten wir deren Stühle und Tische dafür benutzen. Bevor es in die Wolfschlucht ging, erfuhren wir Wissenswertes über die Brohltalbahn, die heute als Vulkan-Express in aller Munde ist. Bis 1961 war sie die Lebensader des gesamten Brohtales. Trass, behauene Tuffsteine, Phonolit zur Glasherstellung, Bimsstein und Basaltschotter brachten der Region Arbeit und Geld. Menschen konnten endlich auf den Energierohstoff Kohle zugreifen, mit der Bahn fahren und die Landwirte ihre Produkte zur Vermarktung bis an den Rhein bringen.

Heiße Glut und Ascheströme mit 360 Grad und mehr, angereichert mit Unmengen von Regenwasser, die aus andauernden Gewittern stammten, donnerten mit nahezu Schallgeschwindigkeit aus nordöstlicher Richtung heran, das ehemalige Tal des Brohlbachs wurde bis zu einer Höhe von 60 Meter verfüllt. Über mehrere tausend Jahre schuf sich der Bach ein neues Bett, die Wolfsschlucht war entstanden.

Hier sieht es fast wie ein Canyon aus, selbst an einem Wasserfall fehlt nicht. An den steilen Trasswänden kann man die geologische Geschichte dieser Gegend ausgiebig studieren.

In der Schlucht wird nicht verändert, alles bleibt wie es ist, lediglich der Wanderweg wird stets begehbar gehalten. Nach dem Verlassen der Wolfsschlucht war unser nächstes Ziel ein Römerbrunnen, hier begegneten wir Wanderern aus Ahrweiler. Die letzte Etappe wurde in Angriff genommen, vorbei an einem weiteren römischen Brunnen, aufwärts durch das Naturschutzgebiet Kurbüsch, Hier bot sich die Gelegenheit den Rucksack mit gutem Fallobst zu füllen, was einige Wanderer auch taten.

Der Wald blieb hinter uns zurück. Da wir nicht hundemüde vom Wandern waren besuchten wir zum guten Schluss noch in die katholische Pfarrkirche St. Remigus, ein barocker Hochaltar aus dem Jahre 1772 und eine Orgel aus der Zeit um 1850 machen den Besuch durchaus lohnenswert.

Bei Kaffee und Kuchen klang der Tag dann aus, Schorsch dankte dem Wanderführer und ließ es sich nicht nehmen am Abend nochmals anzurufen um zu sagen, „Die Nikoläusin sei mit in diesen Dank eingebunden, seine blaue Äuglein habe Sie jedoch aus dem Blick verloren“.

Mein Fazit der Wanderung - Vulkanland wir kommen 2016 wieder

 

 

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Die Bilder wurden von unserem Wanderfreund

Norbert Dietrich und Klaus Haine

zur Verfügung gestellt

 

 

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