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Wandern auf der Insel Lesvos
(vom 5. bis 19. Mai 2017)

Wo es noch die griechische Ursprünglichkeit mit Poesie gibt
Hier leuchtet das natürliche Blau der Ägäis durch Wälder und Halbwüsten

von Irmgard Schaar

Begrüßung mit einem Olivenzweig
Während unseres Aufenthaltes auf Lesvos unternahmen wir zehn einzigartige Wanderungen, geführt von der deutschstämmigen Bewegungstherapeutin Eva Traumann, die seit ihrer Kindheit auf der grünen, wunderschönen Insel lebt. Zur Begrüßung schenkte diese jedem von uns einen kleinen Olivenzweig mit winzigen Olivenknospen. Während unseres 14-tägigen Aufenthaltes konnten wir die wunderbare Entwicklung der Knospen zu den Olivenblüten an den schier unzähligen Olivenbäumen, die auf der Insel wachsen, verfolgen und bestaunen. 

Impressionen zu den Wanderungen / Kulturgeschichte und Naturschätze der Insel
Auf unseren Touren hat uns unsere Wanderführerin dorthin geführt, wo üblicherweise Touristen nicht hinkommen. Es waren Touren, die in keinem Reiseführer stehen, untereinander nicht vergleichbar sind und unvergessliche Highlights bedeuteten. Wir sind zu malerischen Bergdörfern, versteckt gelegenen Meeresbuchten mit warmen, salzhaltigen Heilquellen, zu hohen Berggipfeln, zu traditionsreichen Klöstern, zu den Ruinen alter Getreidemühlen und zu den Überresten eines römischen Aquäduktes gewandert. 

Die Wanderwege zu unseren Zielen waren keine Spaziergänge und nicht vergleichbar mit den uns bekannten Wanderwegen im Bergischen Land. Wegmarkierungen an der Route gab es so gut wie keine. Es waren teils enge, steinige Eselspfade, alte Mühlenwege oder verwinkelte Sand-Pilgerwege.  Die Wege verlangten unsere ganze Konzentration und Aufmerksamkeit.

Auf unseren Wanderungen hatten wir aber stets herrliche Ausblicke in die abwechslungsreiche Insellandschaft und mit jedem Höhenmeter weitete sich unser Blick. Auf den Höhen wurden die Ausblicke auf die Insel und aufs Meer immer gigantischer und grandioser. Obgleich jeder von uns viele Fotos gemacht hat, sind wir uns aber alle einig, dass kein einziges Foto unsere Eindrücke und Erlebnisse wiedergeben kann. Selbst die Erinnerungsstücke, wie besonders schön geformten Steine oder Zapfen der Aleppo-Kiefer, die der eine oder andere vom Boden aufgehoben und  mit nach Hause gebracht hat, werden nur einen Bruchteil des Ganzen wieder geben.

Eva hat uns mit ihrer Liebe zur Insel und ihrem breiten Wissen auf die mediterranen Pflanzen am Wegesrand und auf die Gesteinsformationen aufmerksam gemacht,  uns die bewegte Geschichte der Insel  nahe gebracht, die Bedeutung der Kirche während der langen Besatzungszeit erläutert,  hat mit uns eine Ouzo-Produktionsstätte besichtigt und uns die Gewinnung des hochwertigen, säurearmen Olivenöls erklärt.

Stets sprach sie mit großer Hochachtung von den Inselbewohnern, lobte deren Tapferkeit und Einstellung zum Leben. Obwohl viele Einwohner noch heute ein hartes Leben führen, begegneten diese uns stets mit Herzlichkeit und einer Gastfreundschaft, die uns fröhlich stimmten. 

Kapellen auf Wasserquellen
Auf unseren Wanderungen lenkte Eva unseren Blick immer wieder auf die vielen Süßwasser-quellen der Insel. Bald konnten wir diese selbst schon von weitem erkennen, denn in unmittelbarer Nähe der Quellen wuchsen Pappeln und Platanen, die hoch in die Landschaft ragten. Erstaunt waren wir nicht nur über die Vielzahl der Quellen, sondern auch über die vielen, kleinen, gepflegten Kapellen, die überall auf der Insel standen und stets geöffnet waren. Die Kirchlein waren mit Christus- und Marienikonen reich ausgestattet und die Innenwände nicht selten mit Personen aus der griechischen Mythologie und dem Alten Testaments bemalt. Besonders beeindruckend war es, wenn eine Kapelle auf einer Wasserquelle stand und das Wasserrauschen den Innenraum des kleinen Kirchleins erfüllte. Das generelle Fehlen des Korpus auf dem Kreuz machte uns immer wieder einen wesentlichen Unterschied zwischen der römisch katholischen und der byzantinischen Kirche bewusst.

Wanderpausen
Auf unseren Wanderungen hat Eva uns passend zum Weg aus verschiedenen Büchern kurze, interessante Geschichten vorgelesen. Es waren Geschichten aus der griechischen Mythologie sowie aus der älteren und jüngeren Literatur. Erzählungen, die uns zum Schmunzeln brachten oder zum Nachdenken anregten, auf jeden Fall  aber zu unserer inneren Ruhe beitrugen.

Abendessen
Nach den Wanderungen kehrten wir regelmäßig in kleine, besonders schön gelegene Tavernen ein. Dort warteten leichte, köstliche Inselgerichte und häufig eine besondere Spezialität des Hauses auf uns. Zuerst gab es immer frischen Sommersalat, in dem nie Tomaten, Gurken, Paprika, Zwiebeln und Feta-Käse fehlten. Weitere Vorspeisen-Klassiker waren Weinblätter mit Füllung, Bohnen, Kichererbsen-Mus mit Kapern und immer wieder Feta-Käse in den ver- schiedensten Variationen. So gab es beispielsweise eine Spinat-Feta-Pasta, Zucchiniblüten mit Feta-Käse in Blätterteig  oder Feta-Käse in delikaten Moussakas. Zum Hauptgang wurden je nach Lage der Taverne fangfrischer Fisch, köstlich zubereitetes Lammfleisch, Hähnchen oder Hackbällchen serviert.

Auch die Nachspeisen waren abwechslungsreich.  Es wurden verschiedene Sorten Kuchen oder warmer Grießpudding oder ein süßer Löffel mit einer kandierten Frucht, meistens mit einer kandierten Feige, aufgetischt.

Unterkünfte
Gewohnt haben wir in einfachen aber gepflegten Hotels. In der ersten Woche waren wir im Norden der Insel, in der Stadt Moliwos, untergebracht. Wir wohnten direkt am Meer in einer ehemaligen Ölmühle, die der Eigentümer  in ein Hotel umgebaut hatte. Abends erlebten wir von unserer Hotelterrasse aus malerische Sonnenuntergänge über dem Meer. Von Moliwos konnten wir nach Kleinasien schauen, denn dieses kleine Fischerstädtchen liegt an einer Meerenge, nur wenige Kilometer von der türkischen Küste entfernt. In der zweiten Woche haben wir im Süden der Insel inmitten eines Olivenhains gewohnt. Von dort unternahmen wir an unserem wanderfreien Tag eine herrliche Bootsfahrt auf dem Geras Golf, konnten vom Schiff aus die Berge von unten bewundern und wie im Norden der Insel auch, Sonnenbäder am Meer genießen.

Zurückgelegte Wanderstrecke
Nach unseren 10 Wanderungen hatten wir 135 Kilometer Wegstrecke und 3100 Höhenmeter in den Beinen.

 

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Die Bilder wurden uns von unserer Wanderfreundin

Ingrid Sienz

zur Verfügung gestellt

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