SGV Bergisch Gladbach

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Von Wiehl durchs Homburger Land nach Waldbröl

Vom Wandern oder draußen zu Hause sein - bei jedem Wetter!


Norbert Dietrich


Bei der Grundsteinlegung einer Wanderung Anfang November, da stehen natürlich nicht die möglichen zu erwartenden Wetterverhältnisse im Mittelpunkt. Vielmehr geht es darum mit Wanderkarte, eventuell vorhandener Literatur oder gar bereits im Hirnskastel des Wanderführers abgespeicherter Orts-Landschaft-Natur und anderweitig sehenswerten Sachen ein interessantes Angebot im Wanderheft zu platzieren. Wohlgemerkt sind von der Idee bis zur Wanderung gut und gerne acht Monate verstrichen. Alle unsere Wanderungen sind deshalb stets ein Ereignis mit ungewissem Ausgang, verbunden mit der Hoffnung auf ein schönes Wandererlebnis…

Der Tag der Anmeldung zur Teilnahme an der Wanderung naht. Im Vorfeld haben alle, von den Wetterkartenpropheten von ZDF oder ARD bis hin zu den Wetterdatenspekulanten im Internet, das zu erwartende Wetter als  ein fieses prognostiziert. Dies ist nicht gut für einen Wanderführer zu ertragen, denn neidlos muss anerkannt werden dass die Vorhersagen doch Jahr für Jahr besser werden. Der Trost den ich habe und der mich leitet ist, dass es sich hierbei um ein Naturereignis handelt. Ich bin von Hause aus ein Optimist mit Risikobereitschaft. Meine Frau fragt, ob es nicht Sinn machen würde die Wanderung unter derartigen Vorzeichen abzusagen.

Ich verneine und sage: Samstag am Morgen beim Treffpunkt ist noch Zeit genug für eine Absage. Der erste Anrufer meldet sich: ich möchte gerne für morgen insgesamt fünf Wanderfreunde für die Wanderung anmelden, einer ruft an und fragt ob die Wanderung überhaupt stattfindet bei dem Wetter. Ich frage mich ob der Anrufer schon weiß wie das Wetter am Samstag in der Früh sein wird. Natürlich findet die Wanderung statt, sonst gehen wir gemeinsam in Gladbach zu einem frühen zweiten Frühstück, ja ich überlege es noch einmal.

Elf Wanderfreunde finden sich am Treffpunkt zur gegeben Zeit ein. Wir das sind sechs Wander-freundinnen und  fünf Wanderfreude oder anders eben elf Wanderer, die Lust und Laune haben das Wetter, egal welche Kapriolen es uns beschert, mit zu erleben.

Super  pünktlich starten wir um Punkt 9 Uhr in Wiehl am Busbahnhof. Vorsorglich zieht der eine oder andere von uns die Verhüterli-Hülle über den Rucksack. Gleich zu Beginn hat unsere Wanderführer ein Art Kreislauftest bergan eingebaut, das tut allen gut denn als wir oben sind und einen Blick auf Wiehl von der Höhe werfen können ist uns gut warm geworden. Auf der Straße der Arbeit und dem  X 11 wandern wir durch lichten Laubwald, erstaunlich viele Blätter sind noch an den Zweigen der Bäume, vorbei an der Tropfsteinhöhle die letzten Meter hinauf zum höchsten Punk dem Pfaffenberg.
Wir queren die L 230 und gelangen nach Abbenroth. Mit Weitblick auf den Aussichtsturm Auf dem Lindchen und Schloss Homburg beginnt nun der Fisselregen, der von nun an unser Begleiter bis nach Waldbröl bleiben wird.

Wir machen Späße miteinander und versetzen uns in eine Art Gesundheitswanderung a la Hans Tups. Der Regen gibt uns über unsere Atemluft eine riesengroße Menge von gesunden Aerosolen in die Lungen, die Feuchtigkeit auf der Haut ist ein ganz besonderes Schmankerl, Dehnübungen für Muskeln, Sehnen und Bänder bieten die Ausweichmanöver von Schlamm und Pampe auf den Wegen, wir sind sicher lange nicht so gut drauf gewesen. Unten an Holsteins Mühle queren wir die Homburger Bröl. Erstaunlich viel Wasser fließt den Bach hinab, Eisvogel und Wasseramsel und sogar der Feuersalamander hat hier seinen Lebensraum. Eine Wanderung mit jemandem von der biologischen Station in diesem kleinen Naturareal könnte ganz bestimmt eine lohnende Sache sein.

In Ödinghausen begrüßen wir mit Beerenauslese aus Weldings Garten und Birnengeist aus Südtirol den 11.11.2017. Trocken untergestellt bei den Ödinghausener CVJM Männern die gerade an ihrer Verkaufsbude für Weihnachtsbäume werkeln, singen wir im Chor das schöne Liedchen “Wenn ich so an ming Heimat denke“ und spendieren den wackeren Handwerkern unseren edlen Schabau. So erfahren wir das Ödinghausen etwa 180 Einwohner hat, davon 68 Kinder und noch vier freie Bauplätze. Das  Gemeindeleben ist dank des Mitwirkens aller sehr gut. Heute Abend ziehen noch alle Pänz mit der Laterne durchs Dorf und Karneval wird hier auch groß gefeiert.

Nach Verlassen des Dorfes geht es über eine sehr nasse Wiese, die Wanderschuhe sehen aus als  seien sie frisch geputzt. Genutzt hat es nix weil wir jetzt ein Stück den Bergischen Panoramasteig vor uns haben mit Schlamm und Matsch, die durch Traktorspuren begünstigt sind. Im Weiler Breitewiese ist Mittagsrast  unter dem Dach eines Carports im Trockenen zwischen Auto und einem Anhänger, quasi Wanderhäppchen im Stehen. Kaffee oder Tee aus der Thermosflasche sind schon zu dieser Jahreszeit  ein sinnvolles Tragerl aus dem Rucksack, welches der Wanderer bei sich haben sollte.

Auf der X 11 geht es jetzt über Wiesen und durch Wald, hier muss es aber viel geregnet haben meint einer von uns. Der Weg im Wald ist voller Matsche und Pampe, so dass eines von den Mannsbildern Glück beim Ausrutschen hat und nur seine Wanderjeans recht pampig ausschaut. Droben am Waldrand sind wir uns schnell einig auf der günstigsten Wanderroute nach Waldbröl zulaufen, weil uns der Dauerregen doch ganz schön nervt. Wir gehen weiter auf X 11 und sind gleich darauf in Bohlenhagen. Unser Wanderführer geleitet uns dank seiner Ortskenntnisse von der Vorwanderung auf dem kürzesten Wege zur Bushaltestelle in Waldbröl. Auch wenn wir die Runde nicht am Panabora vorbei  getippelt sind, einige Kilometerchen kamen zusammen. Viel wichtiger ist jedoch mit netten Menschen aus unsere Wanderabteilung schöne Stunden erlebt zu haben.

Wir lösen einen preiswerten Gruppenfahrschein für 28 Euro, der Busfahrer hat so etwas noch nie verkauft. Unser Wanderführer hat aber eine E-Mail als Beleg der Oberbergischen Verkehrs AG wo explizit darauf hingewiesen wird. Alles geht harmonisch vor sich. Wir waren gut 10 Minuten vor Abfahrt der Linie 320 am Busbahnhof. Die Rückfahrt nutzen wir, um uns wieder an normale trockene Temperaturen zu gewöhnen. An mehreren Stellen können wir vom Bus aus auf den von uns zurück gelegten Wanderweg schauen. Eine halbe Stunde nach Abfahrt in Waldbröl sind wir wieder in Wiehl am Startplatz unserer Wanderung. Ein herzliches Dankeschön an unseren Wanderführer für dieses feuchtfröhliche Wandererlebnis; ihm selber hat es ebenfalls Freude gemacht.

Im Cafe des großen REWE Supermarktes in Wiehl klingt bei Kaffee und Kuchen der Tag aus. Auf manchem Kuchenteller lagen sogar 2 Stücke Windbeutel und Schoko-/Kirschkuchen, eine leckere Sache.

Es gibt kein unpassendes Wanderwetter sondern nur die verkehrte Kleidung, in diesem Sinne bis zur nächsten Wanderung,

Mit herzlichen Grüßen
Euer Wanderführer Nobbi Dietrich
 

 

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