14.04.2019

Wandern auf dem Bierweg

von Nobbi Dietrich


Schönstes Wanderwetter, erfrischende Luft und Sonnenschein lässt uns fröhlich auf Wandertour gehen. Wir das sind zwei gestandene Wanderinnen und sechs ebenso erprobte Mannsbilder was die Wanderei betrifft. Neugierig auf das was uns erwartet, begeben wir uns auf diesem Streifzug durch die Geschichte bei der es um das Bier geht und wie es ins Bergische gekommen ist.

Vor gut 10000 Jahren gab es im fernen Persien bereits dieses nahrhafte und leckere Gesüff. Warum eigentlich keine Anleihe davon aufnehmen und das Bier ins Bergische holen? Dazu war bajuwarische Entwicklungshilfe von Nöten. zumal es ein großes unternehmerisches Risiko ohne Erfolgsgarantie gewesen ist, als sich der Besitzer einer Lumpenreißerei und Spinnerei aus Bielstein auf den Weg ins bayrischen Weihenstephan machte um sich dort in der  hohe Kunst des Bierbrauens ausbilden zu lassen. Im September des Jahres 1900 wurde das erste Bier aus der Adler Brauerei GmbH an Kunden ausgeliefert. Bis heute ist die Erzquell Brauerei noch immer in Familienbesitz.

Was ein Kölsch oder Pils, ein Lager oder Alt ist, wie quasi aus Wasser mit nur wenigen Zutaten von Hopfen und Malz jedoch Bier hergestellt wird erzählt uns Uwe Krimmel, der Hobby-Brauer. Alles was dazu an Wissen und Ausrüstung gebraucht wird, hat er sich im Eigenstudium der Materie angeeignet!

Zuvor jedoch noch folgendes, auf dem Weg zum Bier begleiten die Wanderer an sieben Stationen Informationstafeln, die optisch bereits Hingucker mit ihren guten Fotos sowie gut verständlichen Texten sind. Auf dem Weg zum Gassenhagener Hüttenbräu kamen wir bereits zu Beginn an der Wasserquelle für das Bielsteiner Kölsch vorbei. Jetzt war in unseren Gedanken nur noch die Frage ob im Hüttenbräu geöffnet hat? Es ist uns empfangen uns neben dem großen Plakat Biergarten geöffnet neben dem freundlichen Bierbrauer auch noch zwei große Hirtenhunde der Rasse Komodor. Einer davon wohl ein Pfannkuchenspezialist der sich sofort vor Luckis Rucksack platziert und eine Wanderbrotzeit fast gänzlich verputzt. Irmgard kann sich dem Scharm des anderen, der Hundefutter in der Nase spürt, auch nicht entziehen. Wir bestellen uns Kölsch, ganz lecker und naturtrüb. Wenn wir nicht noch wandern müssten um zu unseren Autos in Bielstein zu gelangen, wären wir mit Sicherheit viel länger geblieben. Jos versuchte uns noch mit einem weiteren Kölsch zu ködern, was aber schief ging. So hatte unser neuer Kassenwart Hans-Willi das Glück recht preiswert seinen Wandereinstand unters Volk zu bringen.

Zurück zum Bier! Fünfhundert Gramm beste Hopfendolden aus Belgien dazu Getreide und Wasser. Wenn alles gut geht dann ist in der vorgegebenen Zeit ein Bier nach dem Deutschen Reinheitsgebot fertig. Leider gibt es in Deutschland nur noch Hopfen in der Hallertau. Der Anbau in Mittelfranken existiert schon lange nicht mehr, die sogenannte Marktbereinigung machte dem Hopfenanbau dort ein Ende. Der Hopfenacker neben der kleinen Brauerei ist Anschauungsmodel für die Bierweg-Besucher. Seine Früchte, die Dolden, haben zu viele Bitterstoffe und ein damit gebrautes Bier würde keine Qualitätsware sein.

Eine Wanderung im Frühsommer zum Gassenhagener Hüttenbräu mit Leckerem vom Holzkohlengrill kann zu einem gemütlichen Wandertagserlebnis beitragen. Einkehranfragen unter 02262 3370

Nach diesem schönen Zwischenaufenthalt wandern wir jetzt unserem Endpunkt entgegen. Die schöne und abwechslungsreiche Landschaft im grünen Frühlingskleid ist für unsere Augen und uns pure Entspannung. Uns begegnen Wanderer aus dem Osnabrücker Land, die zum ersten Mal sind. Sie machen eine Wanderfreizeit mit einer Gruppe von elf Personen in einem evangelischem Landheim. Das Bergische gefällt ihnen gut und sie wollen wieder kommen. Wir zeigen ihnen noch wo es das leckere Kölsch am Wege gibt, sie wollen auch dort hin!

Bevor wir in unsere Autos steigen müssen noch Hunger und Durst gestillt werden. Das Gasthaus ist schnell gefunden. Draußen in der Sonne sitzend genießen wir den schönen Tag bei Bier, Kaffee und leckerem Essen. Alles hat gut geklappt an diesem schönen Wandertag.

Zum Schluss ein paar Bier-Sprüche:
- Bier ist der überzeugende Beweis dafür, das Gott den Menschen liebt und ihn glücklich sehen will.
Benjamin Fränklin, ehemaliger Präsident der USA
- Bei uns hat das Bier gar keine Zeit alt zu werden. Wozu dann ein Haltbarkeitsdatum?
Max Streibel, ehemaliger Ministerpräsident in Bayern
- Sieben Biere sind auch ein Schnitzel.
überliefert von Nobbi Dietrich, Wanderführer
- Man könnte froh sein, wenn die Luft so rein wäre wie das Bier.
Richard von Weizäcker, ehemaliger Bundespräsident

So beende ich meinen Bericht über eine schöne Bierwanderung außerhalb von Bayern mit seinen Brauhäusern, Wegen und Dunklen Bieren nebst den deftigen Brotzeiten mit Stadwurst, Radi, Kas und Schinken.

Wanderfreunde Bergisches Land e.V.
Bernd Meiser
Neuensaaler Str. 23c
51515 Kürten
02207 - 706897
Kontakt
Wanderfreunde Bergisches Land e.V. - Abteilung im Sauerländischen Gebirgsverein
Neuensaaler Str. 23c
51515 Kürten
Tel.: 02207 - 706897
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