21.05.2020

Mit Wandern die Heimat in CORONA Zeiten neu erleben

von Nobbi Dietrich

Donnerstag am Morgen vor dem 1. Mai, das Frühstück war lecker und draußen strahlt die Sonne vom blauen Himmel, ich drehe heute eine Heimatrunde ohne ein festes Ziel dabei anzusteuern, Wanderzeug angezogen und Vroni steckt in den Rucksack Proviant und Aqua  Normale mein geschätztes Wasser aus der Leitung, trinke ich eigentlich solange ich mich rückerinnern kann.

Tschüss für Vroni und los geht es am Sandbüchel in Richtung Saaler Mühlen See, quere das Sträßchen Hirschanger und finde mich sofort im Wald wieder, ca. 50 Meter rechts ist der Köln Pfad dem ich bis an den See und in Richtung Eissporthalle folge, das Laubdach im Wald erstrahlt im Maiengrün, einfach schön und sehr beruhigend mit Zeit zum nachdenken. Wir kamen 1967 hier nach Kippekausen ich arbeitete bei der Interatom, mein Körpergewicht war nicht ohne und ein Sportkollege namens Schorsch gab mir den Rat es mit dem Laufsport einmal zu versuchen, viermal L war das  Zaubermittel LangLäufer_Leben_Länger aber ohne Uhr, nach einem Jahr Training rund um den See konnte ich ohne keuchen ganz locker 10 Kilometer am Stück laufen, am Ende wurde es in München eine Marathon Zeit von 3:36:37. Der See an dem einst Braunkohle abgebaut wurde hat es mir angetan. Gespeist wird der See vom Moitzfelder Bach, der später nach dem Verlassen des Saaler Sees noch durch den Kahnweiher fließt um dann Refrath zu verlassen.

Hinter der Eissporthalle und durch die Unterführung geht es geradeaus in Richtung Hochregallager der Firma Krüger, ich gehe rechts durch den Neuborner Wald Richtung Lückerath, am Waldende ein großes Transparent RETTET DEN NEUBORNER WALD. Die einen wollen investieren für ihre gut tausend Arbeitnehmer und die anderen den Schutz der Umwelt forcieren. Ich denke dass es Sinn machen würde dem Bahndammprojekt ade zusagen, denn dessen Realisierung würde mehr Umweltschutz bringen als es der Neuborner Wald je könnte.

Jetzt noch an die Hauptstraße L288 und an der Ampel einmal queren, nun links hinunter an den Rand der Grube Cox wo bis 1985 qualitativ sehr gutes Dolomit zur Spiegelglas Herstellung abgebaut wurde, ab 1996 wurde aus der mehr wie 22 Hektar großen Fläche ein Naturschutzgebiet mit verschiedene Biotopen. Wer als Wanderer Zeit mit bringt kann sogar bei Dunkelheit Fledermäuse entdecken, am Tag ist schon mal der Eisvogel zusehen, dazu kommen seltene Pflanzen uam. Bis zum Ende des Ufers wo es dann leicht links nach oben geht, von hier scharf rechts in den Wald, jetzt stets in Gedanken den See umrunden auf A1 zutreffen und nach links weiter zu wandern, kurz vor dem Ende des Waldrandes nach rechts weiter A1/A3 vorbei am Geographischen Mittelpunkt unserer Heimatstadt der etwas versteckt, mit Aufmerksamkeit jedoch entdeckt werden kann, gehe weiter geradeaus um am Wege auf eine rote Bank zutreffen. Hier haben wir nachdem ich durch den Laufsport Lust bekommen hatte, viele Jahre mit Sportkameraden trainiert. Ein gutes Gefühl an dieser alten neuen roten Bank sich schöner Erlebnisse zu erinnern. Von hier nach links und dann abwärts, schon stehe ich im Örtchen Kaltenbroich. Hier feierten wir bis zum Wechsel ins Milchborntal noch mit Christoph Schmutzler und seiner Annemie traditionell Glühwein & Schmalbrote. Der Ort selber hat eine interessante industrielle Geschichte, die an den Erzbergbau im Bensberger Revier erinnert. Einige der alten Häuschen sind liebevoll in Stand gesetzt, blühende Bäume und bunte Blumen erfreuen den Wanderer. Nun geht es dem Sträßchen folgend in Richtung Oberlerbach, vorbei an der Milchtankstelle des hier ansässigen Landwirtes geht es kurz vor der Straße. Rechts zwischen zwei Häusern sowie einer Wiesen-landschaft, wo sich heute am frühen Vormittag eine große Herde von Bergischem schwarz-weißem Fleckvieh genüsslich am frischen Gras satt frisst, aufwärts bis zur Rochuskapelle zwischen dem Ortsteil Sand und Herkenrath gelegen.

Die Rochuskapelle erinnert an die Zeit der Pest im siebzehnten Jahrhundert und ist dem heiligen Rochus gewidmet. Ich erinnere mich bei meiner Pause an Bill Gerke, mit dem ich vor langer Zeit hier ebenfalls Pause machte und mit einer großen Gruppe von Mitgliedern wanderte. Meine Füße wollen weiter wandern, ich überquere die Strasse. welche von Sand nach Herkenrath führt und wende mich nach rechts, gehe bis kurz vor die Straßenkurve um hier links dem Wegzeichen X30 zu folgen, nach wenigen Metern wieder links auf einem schmalen Pfad, der plötzlich einen weiten Blick in die schöne grüne Landschaft bietet. Ich folge dem Weg bis bald einige Häuser von Unterhombach auftauchen, links am Wegesrand ein restauriertes Gedenkkreuz, jetzt ein bisserl Konzentration um sofort scharf links auf den neuen Wanderweg mit der Bezeichnung Max Bruch abzubiegen.

Der Weg führt mich hinab zum Strunder Bach, einst gab es hier viele Mühlen und damit Arbeit und Handel für die Menschen. Für sie war die Strunde der fleißigste Bach Deutschlands. Unten an der Straße angekommen hinüber auf die andere Straßenseite und etwa 100 Meter nach rechts um über die Holzbrücke auf die andere Seite an der abwärts fließenden Strunde Richtung Igeler Mühle zu wandern.

Ich gehe jetzt nach rechts den Berg hinauf, komme auf den Weg A1, dem ich nun steil bergan folge. An einer Wegkreuzung nehme ich A2 nach links um bald am Igeler Hof anzukommen. Rassige Pferde sind hier anzusehen, am Wegesrand lockt der prächtig blühende Kastanienbaum. Nach einem Foto, ich habe den Apparat daheim vergessen, schade so ist das Bild im Hirnskastel abgespeichert. Zum Igeler Hof ist noch zu erwähnen, dass hier eine mittelalterliche Siedlungsgründung war, eine wechselvolle Geschichte bis zur Familie Zander, die den Hof samt ca. 170 Morgen Land erwarb, Max Bruch verfasste hier mehrere seiner Werke. So bleibt zum Schluss dass der Hof mundartlich in den Erlen heißt, abgeleitet von den Erlen die im Sumpfigen Tal der Strunde das Landschaftsbild prägten. Ich mache mich auf den Weg, gehe abwärts und ignoriere die Straße ins Strundertal, am Wald geradeaus um auf dem GEO-Pfad anzukommen. Oben links eine Bank bei der ich noch eine Trinkpause einlegen, Zeit um die Erinnerung zu bemühen. Hier haben wir mit unseren Freunden des SGV Bottrop von Hebborn aus die Wanderung der Geologischen Heimat gemacht, sind über die Burg Zweifel bis zur Quelle der Strunde gewandert, um dann im Gasthaus Zur Quelle der Strunde eine typische Bergische Kaffeetafel zu genießen. Eine schöne Wanderung, an die ich mich gerne erinnern mag.

Jetzt geht es ein Stück auf der Straße geradeaus um kurz danach dem Zeichen des GEO-Pfades an einer Wiese entlang bis an den Wald zu folgen. Der GEO-Pfad wird ein schmaler Waldweg, an dem man unten rechts in eine Art Caldera treten kann um geologische Aufschlüsse anzuschauen. Das Wegzeichen leitet mich an die Straße, der ich abwärts folge, bald muss ich links schwenken um im Gelände weitere geologischen Hinterlassenschaften der Erdgeschichte zu entdecken zu können. Auch seltene Pflanzen wie Orchideen sind hier bald blühend zu entdecken.

Ein Schöner Wandertag geht bald zu Ende, von Hebborn aus zum Markt in Gladbach und dann mit dem Bus 451 nach Hause in Refrath.

Ich nehme Abschied von hier und denke an unseren geschätzten und geliebten Wanderführer Bill Gerke, gerne wäre ich heute mit ihm hier her gewandert, er konnte wie kein anderer die härtesten Steine zum Leben erwecken und die Zeitgeschichte unserer Erde spannend vermitteln. Ade lieber Bill, wir Wanderfreunde denken an dich!!!

Wanderfreunde Bergisches Land e.V.
Bernd Meiser
Neuensaaler Str. 23c
51515 Kürten
02207 - 706897
Kontakt
Wanderfreunde Bergisches Land e.V. - Abteilung im Sauerländischen Gebirgsverein
Neuensaaler Str. 23c
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Tel.: 02207 - 706897
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