SGV Bergisch Gladbach

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Vom Wandern oder Draußen zu Hause!

  

von Nobbi Dietrich, 19. März 2017

 

Zwei Tage vor Frühlingsanfang des Morgens um 7:53  laden uns zwei Wanderer, den Gerhard und mich die ersten leichten Regentropfen zum Start der Wanderung auf einer Etappe des Neanderlandsteiges ein. Mit der S-Bahn bis Köln Mülheim unterwegs steigen noch Marga, Vroni, Helga, Angelika, Rainer und Heiner zu. Wir sind nun komplett.

Dank der schnellen Reparaturen und Änderungen an Gleiskörpern und Weichen-systemen verläuft unsere Fahrt zum Startpunkt der Wanderung weitgehend reibungslos. In Wuppertal-Vohwinkel, wo wir letztmalig umsteigen in die S-9, die nach Bottrop fährt, begegnen wir den Wanderern vom SGV aus Düsseldorf, Sie wollen eine Etappe auf dem  Bergischen Weg von aus Essen-Kupferdreh wandern. Auf die Frage „Wo kommt ihr denn her?“ antworten wir aus Bergisch Gladbach. Eine Stimme aus Düsseldorf darauf „Ach ihr seid doch die, die fusioniert haben!“ Ein Frisch Auf und wir sind mit der S-9 unterwegs nach Velbert-Nierenhof.

Jetzt heißt es getreu dem Motto" Nur wo du zu Fuß warst, warst du wirklich" die ca.15 Wanderkilometer  in Angriff zu nehmen. Der Wettergott meint es eigentlich gut mit uns, nur ab und an mal leichter Fisselregen. Völlig ohne die Frühlings Himmelsdusche von oben geht es nach dem queren der Bahngleise stetig aufwärts, am Ende werden wir etwas mehr als 510 Höhenmeter im Anstieg und gut 370 Meter im Abstieg hinter uns gebracht haben. Unser Ziel ist die Bushaltestelle in Velbert an der Von-Böttinger-Straße.

Wir durchwandern eine Gegend, die im Niederbergischen Land liegt. Ein stetiges auf und ab auf Höhen mit weiten Ausblicken, die heute die Landschaft mit einer Art nicht ganz undurchsichtigem Wassernebel verschleiert. Aus dem Wald heraus vorbei an der Ortschaft Honscheiderberg geht es abwärts ins Eickelbach-Tal, auf der Höhe liegt das Gasthaus Zur Wilhelmshöhe, was wir als mögliche Einkehr ignorieren, weil ja Rucksackverpflegung zur Mittagszeit angesagt ist, an einem einsamen Gehöft ist Trinkpause, ein älterer Landbewohner kommt durch den Garten um ein Tor zu öffnen.

Wir werden gefragt wo wir hin wandern? Er sagt hier unten ist alles sehr matschig also Vorsicht. Wir stellen fest der Mann hat recht, es scheint als habe sich eine Schlammlandschaft mit Miniteichen gebildet. Der Neanderlandsteig ist hier sehr in Mitleidenschaft durch die Reiterei geraten. Glitschig, matschig rutschend abwärts und aufwärts, ohne dass einer von uns die Fallsucht bekommt geht‘s nach Rottberg. Ein ziemlich heftiger Regenguss treibt uns in eine Remise mit altem Trecker und Wagen nebst Odelfass.

Jetzt machen wir die Mittagsbrotzeit, ein Schluck warmer Tee dazu ein leckeres Brötchen bzw. Butterbrot und die Welt ist wieder in Ordnung. Wir sind noch immer acht fitte Wanderer, obwohl bei diesem Wetter alles etwas schwerer erscheint, der Rucksack ebenso wie der Regenschirm.

Wir haben das Asbachtal gequert und konnten erfahren, dass dieses idyllische Bachtal Ende der fünfziger Jahre voll Hausmüll gefüllt werden sollte. Gott sei‘ s gedankt ist es nicht passiert, wie so oft holt die Natur sich ihr Reich zurück, heute ein intaktes biologisches Bachsystem voller Tier und Pflanzenarten unter denen sich Vögel befinden die auf der Roten Liste stehen. Noch einmal hoch hinauf auf den Rottberg, der ist mit 218 Metern höchsten Erhebung unsere Wanderung und dann hinunter nach Hefel, Wir müssen eine Straße überqueren, von rechts nähert sich eine Wandergruppe - natürlich SGV Düsseldorf - wir reden noch ein bisser über dies und das, Sie sagen uns das sie sich freuen eines Tages tatsächlich Königswinter zu erreichen. Unser Weg geht nun unter der A44 hindurch vorbei an Haus Wurzelland, das Paradies für Kinder die sich gerne draußen in der Natur bewegen. Jetzt geht es auf hinauf Richtung Langenhorst, vorher befinden wir uns im Tal des Hesperbaches, ungefähr 10 Kilometer von hier ist unsere Mitwanderin Veronika geboren. Essen Werden und Kettwig waren bis Mitte des letzten Jahrhundert Orte in denen die Tuchmacherei Hochkonjunktur erlebte, hier unten im Tal des Hesperbaches befanden sich viele kleine Färbereien, die fürs Blaufärben den besten Ruf genossen, ihre Auftraggeber waren ja nicht allzu weit entfernt.

Die Siedlung Langenhorst, die wir am Ortsrand streifen, entstand unmittelbar nach dem Ende des letzten Krieges, Nachbarschaftshilfe und Eigenleistung führten zum Erwerb von Wohnraum, Baustoff kam aus nahegelegenen Steinbrüchen. Jetzt nochmals über die A44 auf einer Fußgängerbrücke, vorbei an Fachwerkhäusern und einem großen Spielplatz, jetzt ist die Bushaltestelle Von-Böttinger-Straße fast erreicht. Mit dem Bus der Essener Verkehrs AG 169 fahren wir in gut 14 Minuten bis Essen-Werden Markt, 3 Minuten Fußweg zum Café Werntges in der Grafenstraße, beste Kuchen und Kaffeekreationen an reservierten Plätzen, was wollen wir mehr.

Zum Abschied trommelt der Regen uns so richtig aufs Haupt, bis zur S-Bahn sind es mal gerade 5 Minuten Fußweg, jedoch die an uns auf der Straße vorbei zischenden Autos versprühen wahre Hochwasserfontänen.

Die Bahn kommt und bis Köln-Mülheim reden wir über Gott und die Welt, alle sind gut daheim angekommen. Das Wanderwetter kann man sich nicht aussuchen, der Wanderfreund nimmt es wie es kommt.

Der Qualitätssteig des Neanderlandes hat es in der Tat in sich, gute Wanderwege verkehrstechnisch gut erschlossen, am Wege die Geschichte von Teilen unserer Heimat, historisch, technologisch, sozial und unseren Lebensraum betreffen erlebbar gestaltet. Unsere Aha-Erlebnisse waren der gute Laubwaldbestand, die Schloss Stadt Velbert wegen ihrer Technologien was das schließen und verschließen angeht, ob Haustür oder Banksafe alles haben die Schloss und Schlüsselmacher im Angebot die ,kein Auto ohne Schließtechnik aus Velbert, Bachtäler dazu die kleinen Ansammlungen von Gehöften mit den schmucken Fachwerkhäusern, sowie genügend Rast und Einkehrmöglichkeiten für den Wanderer.

Die Nächste Etappe im September 2017 finden wir im neuen Wanderprogramm unserer Abteilung, eine Art Königsetappe, von Düssel nach Neviges und weiter nach Velbert-Nordrath 18,5 Kilometer um dabei 550 Meter aufzusteigen und 420 Meter abzusteigen. Hier ist ganz sicher Kondition gefordert.


Freuen wir uns auf weitere schöne und interessante Wanderungen.

Euer Nobbi Dietrich

 

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